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... in den Gedichten von Gundula Schneidewind
Helle Wolken
ziehen rasch
mit dem
rauschenden
Wind
und die Bäume
regen sich
wie große Tiere atmen.
Still stehen
die Sterne
im kühlen
Nachtblau
darüber
und
unten
ich
atme den großen Augenblick mit.
1986
Das Feuerwerk -
eben ist es vorüber
wo seid ihr
Blumen aus Licht
und wann
soll ich euch folgen...
Das Feuerwerk
Blumen des Jetzt
Kein Vorher
Kein Nachher
1988
Der erste Mensch
grad erst erwacht
erblickt
den ersten Vogel -
noch ist kein Wort
dazwischen...
"Und seither,"
heißt es,
"weht der Wind
im trockenen Gras..."
wie gerade jetzt !
1991
Die kleine Blume
zwischen beweglichen Steinen -
sie fragt nicht
wie lange noch...
1992
Daß das Leben
auch dies ist :
ein Stein
rollt ein Stück
den Weg entlang
und liegt wieder still -
sonst nichts...
1992
Jene Rose -
wenn das Wagenrad
über sie hinwegrollt -
wo ist dann ihre Schönheit ?
1992
Getroffen
von diesem Pfeil
und aus der Ewigkeit
von Zeit und Raum
an diesem Punkt
spricht die Liebe
ihr schmerzvolles Wort
1995
Hier kommt
der Fluß der Existenz
den jemand
GUNDULA
genannt hat -
für eine Weile...
1995
Ich brauche
nichts besonderes
tun
nichts besonderes
sein -
bin schon
was Gras und Hase waren
vor tausend und tausend und tausend Jahren
1996
Tee, Reis, Blätter,
Schnee oder Wind -
er schaut in seine Schale,
der alte Mönch,
und jeden Morgen
nickt er und lächelt :
Tee ! Reis ! Blätter !
Schnee ! Wind !
1997
In dieser weiten
grasigen Senke
am See
sammelt die uralte Tanne
in breiter Fülle
Ruhe und Bewegung
vieler Jahrhunderte Einsamkeit
1998
Alterslos
ging ich
den Pfad über den Kamm
durch tauenden Schnee.
Über dem Rund der Berge
in der Ferne
schwebend
die Gipfel hoher Felsen
im Dunst -
Was fehlte noch ...?
Unter dem Wind
betrachtet
dieser Mensch
noch eine Weile
rot-weiße Ärmel !
2000
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