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Bokuseki ( jap.=Tuschspur ) gehört ursprünglich und in seiner traditionellen Form zu den ZEN-Künsten, so wie die Teezeremonie, das Bogenschießen, das Blumenstecken (Ikebana): In der spontanen, freien, absichtslosen Gebärde zeigt sich der Geist des malenden Menschen.
Der ZEN-Meister Nagaya-Roshi schreibt über das BOKUSEKI :
"Den Tuschpinsel hält man
Der Künstler erfaßt mit dem Strich des Pinsels, mit der Spur der Tusche, Er erkennt das Wesen der Dinge, das Wesen dessen, was geschieht, das Wesen des Lebensvollzugs jetzt, und sein Pinsel bewegt sich wie von selbst - geführt von diesem Lebensvollzug - über das Blatt. Das Ich (oder besser: das Ego) des Künstlers verschwindet, statt dessen malt das LEBEN selbst... In früheren Zeiten der ZEN-Tradition Japans oder Chinas war zunächst eine ZEN-Geschichte oder ein Symbol des Buddhismus Bildmotiv für das BOKUSEKI - sowohl für die Kalligraphie (Schriftkunst) als auch für das Gazen (Malen und ZEN). Die Erfahrung des ZEN ist jedoch die Erfahrung des Alltags, und so ist für mich und meine Kunst nicht nur eine ZEN-Geschichte, ein Koan, ein Haiku (jap. Kurzgedicht) oder ein Sinnspruch ein geeigneter Ausganspunkt für das BOKUSEKI, sondern alles, was mir im Alltag begegnet - also auch die Zeile aus der Zeitung vom heutigen Tag, der Plastikbecher, der Papierkorb. "Das Mysterium findet am Hauptbahnhof statt," sagte Joseph Beuys - und er mag damit seiner Ahnung Ausdruck gegeben haben, daß die vollkommene Seins-Erfahrung in d i e s e m Augenblick und h i e r möglich ist - nichts trennt den Menschen von dieser Erfahrung...
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