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La rose, la rose - Text zur Performance

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Im Unterschied zu einem Bild, zu einer Skulptur, ist bei einer Performance das Geschehen selbst das Kunstwerk - der Prozeß des Entstehens ist die "Botschaft".

Hier war es das Legen von Schichten, das Sammeln, das Verteilen, das Bedecken, das Aufreißen und Öffnen, das Spuren-Ziehen, das Warten, das Schweigen...

Die Schichten des "Rosen-Feldes" in der Stiftskirche bestehen nun aus einer Lage von ca. 100 Inneren Seelenbildern von Gundula Schneidewind, die sie während ihrer Arbeit mit strafgefangenen Männern (seit 1988) in der Runde der Gefangenen selber malte. Die Bilder spiegeln Gefühle und Stimmungen wider - Mitgefühl, Trauer, Schmerz, Liebe...

Über diese Schicht legte sie eine Lage Zeitungen. Mit ihrem vielstimmigen Chor der Nachrichten singen und tönen sie auf ihre Weise das Weltgeschehen wider - mit seinen Dramen, Tragödien, Verhandlungen, Versuchen, mit Scheitern und Gelingen....

Aus unbedrucktem Zeitungspapier rollten sich schließlich drei weiße Bahnen aus - schweigend, leer, bedeckten sie die ganze Fläche - tabula rasa - in Erwartung des möglichen Neuen...

Als die Künstlerin diese Schicht an einigen Stellen aufriß, aufschnitt, immer wieder spürend innehaltend, bildeten sich allmählich Rosenblattförmige Öffnungen in der Fläche, durch die hindurch die Zeitungsseiten und die Farben der inneren Bilder wieder zum Vorschein kamen.

Schließlich bewegte sich die Künstlerin mit einem dicken Pinsel und schwarzer Tusche über die Fläche - reagierte, antwortete mit den Tuschespuren auf die "Rosen des Lebens" darunter und auf die Rosen-Gedichte und -Geschichten ihrer Erinnerung, die sie in ihrem begleitenden Text zur Performance anspricht, und beendete an einer leeren Stelle der Fläche schließlich ihre Arbeit mit einer langsam und kraftvoll gesetzten Kreisform und mit einem Schluß-Strich.

Musik von Arvo Pärt ( von der CD "Tabula Rasa") begleitete die Performance - sie mittragend und sie umwehend wie ein herber Nordwind, der Klarheit und Kraft bringt.

Nach einer Weile des Schweigens schloß sich ein intensives Gespräch mit den Besuchern des Abends an.

In der Zeit bis zum 1. Oktober darf das Rosen-Feld meditierend betrachtet und begangen werden.

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